Veränderung durch Ausmisten oder Abstauben?


Unabhängig ob ihr NLP oder andere Techniken beherrscht, sind dies sinnvolle Tools, um ein Ziel zu erreichen oder einen Veränderungswunsch umzusetzen.

Gerade am Beginn der Veränderungsarbeit steht bei vielen Menschen oft die Notwendigkeit des Ausmistens. Was ist damit gemeint?

Ausmisten

Dahinter steckt das Modell bzw. die Idee, dass hinter ungeliebten Zuständen Ereignisse oder Verhaltensmuster stecken. In diesem Fall gilt:

  • Zustände werden durch starke unangenehme Gefühle definiert die ihr nicht „sofort“ in den Griff bekommt (Beispiele: Angst, Panik, Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Verwirrung).
  • (Verhaltens-)Muster werden als (wiederholtes) nicht erfolgreiches Verhalten definiert (dazu gehören Zwangsverhalten, Sucht, Wiederholungsdrang – immer wieder ähnliche Partner, Phobie, …)

Das Modell beschreibt, dass durch Arbeit mit diesen beiden Bereichen, eine Verbesserung der Lebensqualität in der Zukunft erreicht werden kann. Eine Technik, die direkt dieses Modell umsetzt ist die Timeline, die im vorigen Beitrag behandelt wurde.
Die hier verfolgte Veränderungsstrategie ist vergangenheitsorientiert.

Abstauben

Damit ist hier umgangssprachliche das Erreichen, Erhalten oder Erringen gemeint. Andere Bedeutungen sind: abbetteln, etwas stehlen oder mitgehen lassen. Tatsächlich habe ich das Wort Abstauben gewählt, weil die beiden Begriffe der Überschrift von ihrer metaphorischen Bedeutung her ähnlich sind.

Die hier verfolgte Veränderungsstrategie ist zukunftsorientiert.
Eine vereinfachte Darstellung:

  • Kenne dein Ziel / deinen Wunsch
  • Aktiviere in dir das Bild des Wunsches und das entsprechende Gefühl
  • Wenn Hindernisse auftauchen, dann wende Techniken an, um leichter mit diesen umzugehen.
  • Bleibe deinem Ziel / Wunsch treu, außer du stellst fest, dass es etwas Besseres gibt.

Ein wichtiger Umsetzungshinweis

In beiden Fällen gibt es eine Gefahr. Die Hindernisse oder Zustände verändern sich oft so subtil, dass auch die Erfahrensten vergessen, dass dieser Zustand nur einer von Vielen ist und nicht für immer bleibt.

Im NLP und anderen Veränderungsrichtungen gibt es dazu die Idee der Wahrnehmungspositionen. Mit der Metaposition oder der 3. Position, d.h. der Sichtweise eines Außenstehenden, kann wieder eine neutrale Wahrnehmung eingenommen werden. Das erleichtert den Beginn der Veränderungsarbeit wesentlich.
In anderen Richtungen wird dies als der (innere) Beobachter beschrieben. Eine Übung um die Beobachterposition zu entwickeln ist hier unter „Der innere Beobachter“ zu finden.

Hinweise zur Time Line


Das Wort Timeline, Zeitlinie oder engl. Time Line steht für das Konzept, wie die chronologischen Ereignisse unseres Lebens über den Raum geortet werden können. Eine gute Beschreibung mit Zeichnungen ist auf nlp.at zu finden.

In der praktischen Arbeit mit der Zeitlinie kann diese im kinästhetischen Sinnessystem, durch Raumanker bzw. Bodenanker, oder im visuellen Sinnessystem erfolgen.

Für die Analyse können folgende Hinweise hilfreich sein:

Grobbetrachtung:

  • Lage vertikal (im Raum: durch den Körper, vor dem Körper, …)
  • Lage horizontal (gleich bleibend, in welcher Höhe, steigend, fallend, ….)
  • Form (dünner Strahl, Ast, dicker Träger, Seil, …)
  • Farbe
  • Material (Licht, Stahl, Pflanze, Faser, …)

Mittelbetrachtung:

  • Veränderungen im Verlauf / der Lage
  • Veränderungen in der Form
  • Veränderungen in der Farbe
  • Veränderungen im Material
  • Verbindung der Erlebnisse bzw. Bilder mit der Linie

Feinbetrachtung:

  • Details der Linie (kleine Unterschiede zwischen wenigen Bildern)
  • Einzelne Bilder (visuelle Submodalitäten)
  • Zusammenhänge zwischen verschiedenen Bildern (z.B. könnten dünne Lichtfäden Ereignisse verbinden, die zusammengehören)

Für die Veränderungsarbeit können folgende Hinweise hilfreich sein

  • Experimentiere die Linie im Raum zu verändern
  • Stelle fest, wo die Linie (begrenzt) anders ist und experimentiere diese zu vereinheitlichen
  • Stelle fest, ob sich die Bilder durch das Verändern der Linie auch geändert haben
  • Stelle fest, welche Submodalitäten die „angenehmen“ Erlebnisse von den „unangenehmen“ unterscheiden
  • Experimentiere die Submodalitäten der „unangenehmen“ Erlebnisse für die gesamte Time Line, für einzelne Abschnitte oder für ein besonderes Bild zu verändern

Nlpedia: Tad James und Wyatt Woodsmall geben Möglichkeiten der Anwendung der Time-Line an:

  • Veränderung von Erinnerungen (Repräsentation von Ereignissen)
  • Wandlung negativer Gefühle
  • Beseitigung von Phobien
  • Erschaffung einer unwiderstehlichen Zukunft

Anwendung allgemein:

  • immer dann wenn (unangenehme) Gefühle von vergangenen Ereignissen in der Gegenwart aktiviert werden ODER / UND
  • in der Zukunft ein neues Ereignis mit angenehmeren Gefühlen stattfinden soll

Unheilbare Gesundheit – Hintergründe


Viele von euch haben gelesen oder gehört, dass Chris Mulzer sein Projekt „Unheilbare Gesundheit“ gratis allen zur Verfügung stellt. Manche haben sich gefragt, ob die Wirkung nur einfach in der besonderen Zusammenstellung und Abfolge der Trancen liegt.

Hier der Link zu einem Artikel von Chris mit dem Titel: „Selbstheilungskräfte aktivieren„. Darin beschreibt er wie er zur Dance Movement Therapie (DMT) kam, welche weiteren Ideen dahinter stecken und warum es nicht umsonst im Untertitel heißt: Linderung und Balsam bei schwerer Krankheit.

Ein wichtiger Punkt ist sicher die besondere Art wie die 10 CD’s gehört werden sollen. Dabei wird der Umgang mit Schmerz und Trauer gelernt. Auch ist Motivation und neuer Lebensmut ein Thema. Der zentrale Punkt ist die regelmäßige Übung der DMT.

Die einzelnen Titel:

  • CD 01 Andere Wege gehen — das Leben neu gestalten
  • CD 02 Programmiere Deine DNA um
  • CD 03 Mit Schmerzen besser umgehen lernen
  • CD 04 Loslassen von jeder Trauer
  • CD 05 Tanz- Bewegungs Therapie mit Anweisungen
  • CD 06 Tanz- Bewegungs Therapie  ohne Anweisungen
  • CD 07 Erweitere Dein Bewusstsein, Verbindung zu anderen Ebenen
  • CD 08 Schöpfe Motivation aus der Geborgenheit
  • CD 09 Immunsystem stärken — gesund durch gesteigerte Abwehrkräfte
  • CD 10 Auf dem Zauberteppich Deiner Phantasie — Reise in die Entspannung

Als ich zum ersten Mal die Anleitungen auf CD 05 hörte, erinnerte ich mich an meine Erfahrungen mit Körperarbeit in der Tradition von OSHO und Michael Barnett. Aus einer alten asiatischen Tradition kannte ich eine sehr ähnliche Technik, die dir eine einfaches Bild über die Wirkungsweise vermitteln kann.

Latihan (indonesisch: Übung) ist eine Bewegungsmeditation, eine spirituelle Praktik, bei der ich als Übender Bewegung nicht ausführe, sondern lediglich zulasse. Ich tue nichts, ich werde getan. Ziel dieses „Geübtwerdens“ ist es, in Kontakt zu kommen zu der universellen Lebensenergie.

Wer hat schon Erfahrungen gesammelt?
–> schreibt euren Kommentar hierher!

Ressourcenarbeit nach Dr. John Grinder


In meiner NLP-Peergruppe hat eine Absolventin des Masterkurses von Dr. John Grinder uns an zwei Abenden das „New Code NLP“ nahe gebracht. Eine der eindrucksvollen Übungen stelle ich hier vor:

Walking with X and Y

Ressourcenarbeit nach Dr. John Grinder einfach und tiefgehend. Finde und Integriere die erforderlichen Ressourcen um mit einer speziellen Situation besser umzugehen.

Hintergrund

Für das Integrieren von Ressourcen gibt es unterschiedlichste (auch NLP) Methoden. Die Idee von John Grinder ist, dass wir in jeder Situation nur den passenden State (Zustand) aktivieren müssen. Ein sehr effektives Vorgehen ist der direkte Zugang zur Physiologie durch ein gemeinsames Hin- und Hergehen mit dem Klienten und dabei speziell auf den Atem zu achten.

Konstellation

2 – 3 Personen. Du, Dein Gegenüber und optimaler Weise ein Beobachter.

Durchführung

Bitte deinen Klienten eine konkrete Situation zu finden, in der er die Qualität seiner Wahrnehmung verändern möchte oder er zusätzliche Ressourcen benötigt.

  1. Beginne dann indem du dich mit deinem Klienten an eine Stelle im Raum begibst, von der ihr einen möglichst weiten, geraden Weg im Raum beschreiten könnt.
  2. Frage ihn, ob er für sein Anliegen eine sehr konkrete Situation gefunden hat. Von dieser Position, der Metaposition bitte ihn links oder rechts in 1 bis 2 Schritt Entfernung eine Stelle für seine Situation (1. Position) zu finden und in diese zu steigen, um die Problemsituation wieder zu erleben.
  3. Lass ihn diese Situation voll assoziiert mit allen Sinnessystemen (VAKOG) erleben.
  4. Bitte ihn dann wieder in die Metaposition zu steigen. Frage deinen Klienten, ob der schon weiß, welche zwei Ressourcen er braucht, um die Situation besser zu bewältigen. Welche Ressourcen braucht er?
    Hinweis: Klient muss die Ressourcen nicht nennen! UND es kann auch nur eine Ressource sein.
  5. Nun bitte den Klienten, während er nun im Raum hin- und hergeht, seine Ressourcen immer deutlicher im Körper wahrzunehmen. Dabei soll er besonders auf seine Atmung und seine Haltung achten.
    Hinweis: der Coach kann hier passiv (gepaced) oder aktiv (im Leading) sein und Beobachtungen und Vorschläge zur Haltung und der Ressourcenintegration mitteilen.
  6. Wenn der Klient wieder in der Metaposition stehen bleibt, testet die Wirkung indem er Punkt 1 und 2 wiederholt. Ist das unangenehme Gefühl noch vorhanden, frage den Klienten in der Metaposition nach einer weiteren Ressource und wiederholt Punkt 3.

Das Ziel ist, in der 1. Position, der assoziierten Problemstelle keine Belastungen mehr wahrzunehmen.